Pitch wie in der Höhle der Löwen: Was du vom Cropsta-Auftritt lernen kannst
Was Gründer vom Cropsta-Pitch bei „Die Höhle der Löwen“ lernen können: Echtheit zeigen, flexibel verhandeln und den passenden Investor wählen.
Ein Pitch dauert oft nur wenige Minuten, und doch hängt viel davon ab. In der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ sieht man das besonders deutlich: Manche gute Idee scheitert an schwachen Zahlen, andere überzeugen die Investoren, weil Persönlichkeit, Timing und Produkt zusammenpassen. Ein aktuelles Beispiel liefern Charlotte Lieben und Mike Leon Lichtenberg mit ihrem Startup Cropsta. Ihr Auftritt zeigt ziemlich gut, worauf es bei einem überzeugenden Pitch ankommt.
Die Idee: einfach und sofort verständlich
Cropsta ist ein verstellbares Band, mit dem sich Pullover, Shirts, Blusen oder Kleider schnell auf die gewünschte Länge bringen lassen. Kein Abschneiden, kein Knoten, kein ständiges Zurechtzupfen. Die beiden Gründer kamen mit rund 600.000 Followern in den sozialen Medien und baten um 70.000 Euro für 20 Prozent ihrer Firma.
Mitten im Pitch passierte dann etwas, das man nicht planen kann. Die erst 20-jährige Charlotte kämpfte mit den Tränen. Sie erklärte, wie jung die beiden seien und dass sie wirklich alles allein aufgebaut hätten. Dieser Moment machte aus einer Produktvorstellung eine Geschichte.
Was du daraus für deinen Pitch lernen kannst
- Zeig, wer du bist. Wer offen sagt, wie viel Arbeit und Herzblut in einem Projekt steckt, wirkt glaubwürdig. Und Glaubwürdigkeit ist im Pitch oft mehr wert als jede Folie.
- Investoren setzen auf Menschen. Carsten Maschmeyer sagte dem Paar spontan zu, selbst einzusteigen, falls niemand sonst ein Angebot macht. Am Ende investieren Geldgeber in ein Team, nicht nur in eine Tabelle.
Vom Pitch zum Bieterwettstreit
Aus dem emotionalen Auftakt wurde schnell eine echte Verhandlung. Judith Williams und Johannes Kliesch boten zusammen 70.000 Euro für 40 Prozent der Anteile plus eine Royalty, also eine Beteiligung am Umsatz pro verkauftem Produkt, bis das Geld zurückgezahlt ist. Ralf Dümmel hielt mit 70.000 Euro für 30 Prozent dagegen, ganz ohne Royalty.
Dann änderten Williams und Kliesch ihr Angebot: Sie verzichteten komplett auf Anteile und wollten nur noch eine gedeckelte Royalty. Hier zeigt sich, wie wichtig es ist, in der Verhandlung beweglich zu bleiben und den Wert des eigenen Unternehmens zu kennen.
Den Ausschlag gab am Ende aber kein Prozentsatz. Dümmel sagte den beiden sinngemäß, dass es letztlich darum gehe, mit wem man am Tisch sitzen und zusammenarbeiten wolle. Genau das traf bei den Gründern einen Nerv. Sie entschieden sich für ihn.
Drei Regeln für deinen nächsten Pitch
Ob vor Investoren, Kunden oder Partnern, diese Punkte kannst du direkt übernehmen:
- Löse ein echtes Problem. Cropsta funktioniert, weil jeder sofort versteht, wofür das Produkt da ist. Mach den Nutzen deines Angebots in den ersten 30 Sekunden klar.
- Erzähl deine Geschichte. Versteck dich nicht hinter Zahlen. Wer bist du und warum machst du das? Wenn das ehrlich rüberkommt, wird aus Skepsis oft Interesse.
- Wähle bewusst deinen Partner. Mit einem Investment holst du dir jemanden ins Unternehmen, oft für viele Jahre. Überleg dir vorher, mit wem du arbeiten willst und warum.
Ein guter Pitch kann Türen öffnen. Ob die Zusammenarbeit danach funktioniert, hängt aber von Ehrlichkeit, Engagement und der Chemie zwischen den Beteiligten ab. Und bevor du einen Deal unterschreibst, lass die Konditionen, etwa zu Anteilen oder Umsatzbeteiligungen, von einer Anwältin, einem Notar oder deiner Steuerberatung prüfen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.
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