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Neue Zollregeln: Umsatz von Shein, Temu und AliExpress bricht ein

Umsatz von Shein, Temu und AliExpress in Deutschland sinkt um 35,5 %. Grund sind neue EU-Zollregeln. Was das für Onlinehändler bedeutet.

Für die großen Billigplattformen aus Asien läuft es in Deutschland gerade schlecht. Laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) haben Shein, Temu und AliExpress im dritten Quartal 2026 zusammen nur noch 566 Millionen Euro umgesetzt. Das sind 35,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch der Marktanteil ist deutlich gesunken: Nach einem Rekordwert lag er im zweiten Quartal noch bei 5,3 Prozent, jetzt sind es 3,1 Prozent. BEVH-Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk spricht davon, dass das Wachstum der Plattformen ins Stocken geraten sei. Die höheren Abgaben würden den margenschwachen Billigprodukten spürbar zusetzen.

Neue Zollregeln treffen das Geschäftsmodell

Der Hauptgrund für den Einbruch sind die strengeren EU-Einfuhrregeln, die seit Juli 2026 gelten. Die frühere Zollfreigrenze von 150 Euro für Pakete aus Ländern außerhalb der EU gibt es nicht mehr. Seitdem ist jede Sendung aus Drittstaaten zollpflichtig. Für Kleinsendungen bis 150 Euro kommt außerdem eine Pauschale von drei Euro pro Warengruppe hinzu.

Für Shein, Temu und AliExpress ist das besonders unangenehm. Ihr Modell beruht auf sehr günstigen Einzelartikeln mit kleiner Marge. Bei solchen Produkten machen die neuen Abgaben einen großen Teil des Preises aus. Der Preisvorteil gegenüber Händlern in Europa schrumpft dadurch teilweise deutlich.

Ab November wird es noch teurer

Damit ist das Ende noch nicht erreicht. Ab November kommt eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro pro Sendung dazu. Offiziell richtet sie sich an Plattformen und Verkäufer. Medienberichten zufolge dürfte sie aber häufig an die Kundschaft weitergegeben werden, so wie schon bei früheren Preiserhöhungen.

Dem BEVH geht das trotzdem nicht weit genug. Mulyk fordert, dass die EU die Marktüberwachung stärkt und geltendes Recht konsequent durchsetzt. Dabei geht es nicht nur um Zölle, sondern auch um Produktsicherheit und Kennzeichnungspflichten.

Auch der übrige Onlinehandel wächst langsamer

Nicht nur die Plattformen aus Asien bekommen Gegenwind. Der gesamte deutsche Onlinehandel hat im dritten Quartal an Schwung verloren. Laut BEVH stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr nur um 2,9 Prozent. Im zweiten Quartal lag das Plus noch bei über fünf Prozent.

Als Hauptursache nennt der Verband die schwächere Konsumstimmung. Dazu kommt, dass die Zahlen nicht inflationsbereinigt sind. Real dürfte das Wachstum also noch kleiner ausfallen.

Was das für dich bedeutet

Wenn du einen Onlineshop planst oder bereits betreibst, ist das eine wichtige Entwicklung. Die Preisvorteile der Billigkonkurrenz werden kleiner, gleichzeitig kaufen viele Menschen vorsichtiger ein. Beziehst du selbst Ware aus Ländern außerhalb der EU, solltest du die neuen Zollkosten und Gebühren in deine Kalkulation einbeziehen. Bei Fragen zu Einfuhr und Abgaben helfen dir die IHK oder eine Steuerberaterin bzw. ein Steuerberater weiter.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.

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