Networking, das etwas bringt: Vier Tipps für dein Netzwerk
Networking für Gründer: Vier Tipps, wie du statt vieler Visitenkarten echte Kontakte aufbaust, die dich langfristig weiterbringen.
Du warst auf Messen, Afterwork-Events und Branchentreffen, hast unzählige LinkedIn-Anfragen verschickt und trotzdem das Gefühl, dass außer einem Stapel Visitenkarten wenig hängen geblieben ist? Damit bist du nicht allein. Networking wird oft missverstanden. Es geht nicht darum, möglichst viele Menschen kennenzulernen.
Ein tragfähiges Netzwerk beruht auf Vertrauen, ehrlichem Interesse und gegenseitiger Unterstützung. Gerade als Gründerin oder Gründer kann es dir Kunden, Partner, Mitarbeitende und wertvolle Ratschläge bringen. Mit diesen vier Tipps baust du nicht nur Kontakte auf, sondern echte Beziehungen.
1. Lieber wenige gute Kontakte als viele lose
Statt wahllos Kontakte zu sammeln, such gezielt nach Menschen, die in deiner Branche aktiv sind, ähnliche Werte haben oder dort stehen, wo du hinwillst. Fünf intensive Kontakte bringen dir mehr als 500 oberflächliche. Überleg dir vor jedem Event oder jeder Nachricht, mit wem du sprechen möchtest und warum.
Zur Vorbereitung hilft eine einfache Frage: Welche Unternehmen, Fachleute oder Bereiche könnten dir bei deinen aktuellen Herausforderungen am ehesten weiterhelfen? Und gönn deinem Netzwerk ab und zu einen Frühjahrsputz. Schau dir an, welche Kontakte eingeschlafen sind und bei wem sich eine neue Nachricht lohnen könnte.
2. Erst geben, dann nehmen
Dieser Tipp beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit, das der US-Psychologe Robert Cialdini in seinem Buch „Influence“ bekannt gemacht hat. Die Idee ist einfach: Wenn uns jemand ungefragt hilft, wollen wir uns fast automatisch revanchieren. Wer also zuerst etwas gibt, ohne direkt eine Gegenleistung zu erwarten, ist langfristig meist erfolgreicher.
Wenn du anderen Türen öffnest, bleibst du positiv in Erinnerung und bekommst Unterstützung, wenn du sie selbst brauchst. Gleichzeitig kannst du zeigen, was du fachlich drauf hast, etwa als unkomplizierte Ansprechperson für bestimmte Fragen. Mach auch die Erfolge anderer sichtbar: Empfiehl gute Leute weiter oder teile ihre Beiträge in deinem Netzwerk.
3. Hör richtig zu und interessiere dich wirklich
Der Schlüssel ist echtes Interesse. Spiel deinem Gegenüber nichts vor. Nimm dir Zeit und lass die andere Person den größeren Teil des Gesprächs reden, als Faustregel etwa 80 Prozent. Zeig zwischendurch, dass du ihre Projekte, Herausforderungen und Erfolge spannend findest.
Notier dir nach jedem Gespräch die wichtigsten Punkte, gern auch Persönliches wie den Namen des Hundes. Beim nächsten Treffen kannst du daran anknüpfen. Und lenk das Gespräch nicht ständig auf dich, nur weil ein passendes Stichwort fällt. Blickkontakt, eine offene Haltung und ein Nicken zeigen, dass du wirklich dabei bist.
4. Pflege deine Kontakte dauerhaft
Ein gutes Gespräch ist erst der Anfang. Damit daraus ein echter Kontakt wird, meld dich innerhalb von 24 bis 48 Stunden, am besten mit einem persönlichen Bezug zu eurem Austausch.
Danach gilt: regelmäßig ein Lebenszeichen senden. Mal ein Kommentar unter einem Beitrag, mal ein passender Artikel, mal ein Glückwunsch zu einem beruflichen Erfolg. Damit du den Überblick behältst, reicht oft schon ein einfaches CRM-Tool oder eine digitale Notiz mit dem letzten Kontaktdatum.
Nutz natürliche Anlässe für eine Nachricht, zum Beispiel den Jahreswechsel, ein Firmenjubiläum, einen Jobwechsel oder eine Branchenveranstaltung. So entsteht mit der Zeit ein Netzwerk, das dich wirklich unterstützt und dir neue Möglichkeiten eröffnet.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.
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