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Die größten Startup-Finanzierungen im September 2026

Rund 1 Mrd. Euro in 13 Deals: Die größten Startup-Finanzierungen im September 2026, von The Exploration Company bis Kuro Technology.

Auch im September 2026 haben wieder zahlreiche Startups und Scaleups aus Deutschland hohe Millionenbeträge eingesammelt. Einige davon kennt in der Szene fast jeder, andere sind trotz namhafter Geldgeber noch kaum bekannt. Zusammen kommen die 13 größten Finanzierungsrunden des Monats auf rund eine Milliarde Euro. Wir haben sie für dich zusammengefasst.

Gerade wenn du selbst über eine Finanzierung nachdenkst, lohnt sich der Blick auf die Details. Du siehst, wie unterschiedlich Deals aufgebaut sein können: klassisches Eigenkapital, Kreditlinien oder Mischformen.

Raumfahrt und Energie dominieren

The Exploration Company: Den größten Deal des Monats verbucht das deutsch-französische NewSpace-Unternehmen mit Standorten in München und Bordeaux. Bessemer Venture Partners, Atomico und The Scale Up Europe Fund investieren 450 Millionen US-Dollar. Nach Angaben des Unternehmens ist das die größte Series C, die ein europäisches Raumfahrtunternehmen je verkündet hat. Gleichzeitig ist es die bislang größte Runde eines EU-Unternehmens, das von einer Gründerin als CEO geführt wird. Gegründet wurde das Startup 2021 von der früheren Airbus-Managerin Hélène Huby. Es entwickelt Nyx, ein wiederverwendbares Raumfahrzeug, das im Orbit betankt werden kann. Insgesamt sind bereits rund 680 Millionen in das Unternehmen geflossen. Die Bewertung dürfte im Milliardenbereich liegen. Mit dem Geld soll Nyx zur Internationalen Raumstation gebracht und das Antriebsprojekt Storm vorangetrieben werden.

Reverion: Das EnergyTech aus Eresing erhält 175 Millionen US-Dollar in einer Series B. Neu dabei sind unter anderem Kembara, Allianz, KfW Capital, aurum Capital und Carbon Equity, mehrere bestehende Investoren ziehen mit. Reverion wurde 2022 von fünf Gründern ins Leben gerufen und baut modulare Kleinkraftwerke auf Basis von Hochtemperatur-Brennstoffzellen. Rund 200 Menschen arbeiten bereits dort. Mit dem Kapital will das Team die Technologie skalieren und in Deutschland eine neue Fertigung mit 250 Megawatt Jahreskapazität und bis zu 800 Arbeitsplätzen aufbauen. Insgesamt kommt Reverion damit auf rund 250 Millionen.

HyImpulse: Das Raumfahrt-Startup aus Neuenstadt am Kocher erweitert seine Series A um 50 Millionen Euro. Zu den Geldgebern gehören Join Capital, Ace Capital Partners, North Ventures, BW-Capital, Bayern Kapital, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Campus Founders Ventures. HyImpulse entwickelt Hybridantriebe für Satellitentransporte, als Treibstoff dienen Paraffin und flüssiger Sauerstoff. Seit der Gründung 2018 hat das Unternehmen rund 125 Millionen eingesammelt.

Kredite statt Eigenkapital

Nicht jede große Runde bedeutet, dass Investoren Anteile kaufen. Zwei Deals im September zeigen, wie wichtig Fremdkapital für wachsende Unternehmen sein kann.

Metycle: Das Kölner Startup bekommt von Rivonia Road Capital eine Kreditlinie über 150 Millionen US-Dollar. Metycle betreibt eine digitale Handelsplattform für Schrott und recyceltes Metall. Mit dem Geld kann das Team größere Geschäfte vorfinanzieren, von der Zahlung an den Lieferanten bis zur Abrechnung mit dem Käufer. Gegründet wurde Metycle 2022, bis Ende 2025 flossen rund 20 Millionen an Eigenkapital.

Cloover: Nicht genannte Geldgeber stellen dem Berliner Unternehmen weitere 100 Millionen US-Dollar Finanzierungskapazität bereit. Schon im Januar hatte sich Cloover eine Fremdkapitallinie über 1,2 Milliarden US-Dollar gesichert. Das Startup finanziert und vermittelt Photovoltaik, Wärmepumpen und weitere Lösungen für Eigenheime. Nach eigenen Angaben wickelt es europaweit rund 20.000 Installationen pro Jahr ab, arbeitet profitabel und kommt auf einen hochgerechneten Jahresumsatz von über 350 Millionen US-Dollar.

Limetax: Auch hier gibt es eine Kombination. Motive Partners, Activant, Heliad und mehrere Business Angels, darunter der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner, investieren 6 Millionen Euro in der Pre-Seed-Phase. Dazu kommt eine Finanzierungslinie deutscher Banken über 30 Millionen Euro. Das Berliner Startup kauft und vernetzt Steuerkanzleien und stattet sie mit einer eigenen KI-Plattform aus. Die fachliche Verantwortung bleibt dabei bei den Steuerberaterinnen und Steuerberatern.

KI, Recht und Software

Noxtua: Die Verlage C.H.Beck und MANZ investieren 100 Millionen Euro in einer Series C. Im Zuge der Runde verlassen mehrere frühere Gesellschafter das Unternehmen, C.H.Beck hält nun die Mehrheit. Das Berliner Unternehmen entstand 2017 aus einem Forschungsprojekt in Oxford und London und entwickelt datenschutzkonforme KI-Lösungen, vor allem für den Rechtsbereich.

Integral: Mosaic Ventures, LinkedIn-Gründer Reid Hoffman und bestehende Geldgeber wie Cherry Ventures und General Catalyst investieren 18 Millionen Euro. Das 2024 gegründete Berliner Startup will Buchhaltung, Steuerberatung und Lohnabrechnung für kleine und mittlere Unternehmen stark automatisieren. Zuletzt hat Integral außerdem die Buchhaltungsplattform Cleverlohn übernommen. Insgesamt flossen bisher 30 Millionen.

Atira: Accel steigt gemeinsam mit UVC Partners, Fortino Capital und Booom mit 15 Millionen US-Dollar in einer Seed-Runde ein. Das Münchner Startup automatisiert mit KI die Angebotserstellung bei Industrieunternehmen, von der Kundenanfrage bis zum fertigen Angebot zwischen CRM und ERP.

Kuro Technology: UVC Partners, Foundamental, Realyze Ventures und helloworld investieren 10 Millionen Euro. Das Berliner Startup analysiert mit KI Ausschreibungsunterlagen für Bauprojekte und erkennt Widersprüche. Zu den Kunden zählen Goldbeck, Köster und Geiger, das Team besteht aus 16 Personen.

Weitere Deals des Monats

INLEAP Photonics: Das DefenseTech aus Hannover erhält rund 20 Millionen Euro in einer Seed-Runde, unter anderem von UVC Partners und dem High-Tech Gründerfonds. Das Spin-off des Laser Zentrums Hannover entwickelt eine laserbasierte Drohnenabwehr und will nun in die Serienfertigung gehen.

Nomos: Index Ventures und mehrere bekannte Business Angels investieren 20 Millionen Euro in das Berliner EnergyTech. Nomos ermöglicht Herstellern von Solaranlagen, Speichern und Wärmepumpen, Energietarife unter eigener Marke anzubieten. Als Nächstes stehen Frankreich, Benelux, Italien und Spanien auf dem Plan. Index hält jetzt knapp 16 Prozent.

Soulhouse: Das Hamburger Startup betreibt Studios für Massagen, Stretching und andere Körperbehandlungen und sammelt 20 Millionen Euro ein. Geld kommt vom Multi-Family-Office Spheres, von den Family Offices der Familien Schwarzkopf, Heinemann und Völkers sowie von Business Angels. Aktuell gibt es neun Studios, bis Ende 2026 sollen es mehr als 20 werden.

Was das für dich als Gründerin oder Gründer bedeutet

Die Liste zeigt: Große Summen fließen derzeit vor allem in DeepTech, Energie und KI-Software für Unternehmen. Gleichzeitig spielen Kreditlinien eine immer größere Rolle, weil sie Wachstum ermöglichen, ohne dass die Gründer weitere Anteile abgeben müssen. Für die allermeisten Gründungen sind solche Größenordnungen kein Maßstab. Interessant ist aber, wie Finanzierung und Beteiligungen strukturiert werden. Wenn du selbst Investoren an Bord holen willst, ist eine GmbH oder UG meist die passende Grundlage. Lass dich zu Vertrag und Bewertung von einem Notar und einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater beraten.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.

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